Ausstellung Burg Rode

Auf den Spuren der Bockreiter

18. Jahrhundert: Räuberische Banden in und um Herzogenrath

Bei einem Besuch der Gewölbekeller von Burg Rode in Herzogenrath erfahren Sie mehr über die Bockreiter und ihr Schicksal. Das Volk glaubte, dass die schwarzen Gesellen das Gesicht mit einem Tuch verdeckt, rücklinks auf Böcken durch die Lüfte ritten. Wegen seiner Hörner war der Bock seinerzeit der Ausdruck des Teuflischen, deshalb Bockreiter.

Die erste Bockreiterperiode von 1735 -1745

Als sich verarmte Bewohner des Landes Limburg, dem heutigen Grenzgebiet zwischen Deutschland, Holland und Belgien, umherziehenden Räuberbanden aus Landstreichern und Deserteuren anschlossen, erhielten die bis dahin heimatlosen Banden feste Stützpunkte und ortskundige Führer. Von diesem Zeitpunkt an spricht man von der Bande der Bockreiter.

Die erste Periode gilt als die humanere auf Seiten der Räuber wie auf Seiten der amtlichen Organe. Vornehmlich tauchten die "schwarzen Gesellen", wie man sie in der Bevölkerung nannte, in den Häusern auf, wo es etwas zu holen gab, meistens Pfarrhäuser, Brauereien und abgelegene Bauernhöfe. Die Beute wurde unter den Mitgliedern der jeweiligen Bande, aber auch an arme Einwohner verteilt.

Bockreiter

In der zweiten Bockreiterperiode von 1762-1776 wurden die Methoden bei den schwarzen Gesellen und in Folge auch bei der Justiz härter und verwerflicher.

Beispiel Bartholomeus Junggeburth. Er wurde am 9.3.1731 in Süchteln geboren und starb am 23.3.1774 in Aldenhoven und war kurfürstlicher Hofrath und Schultheiß von Aldenhoven.
Bartholomeus Junggeburth hat ein Mitglied der bekannten Bockreiterbande, den achtzehnjährigen Joseph Keyser aus Aachen am 1.11.1770 auf dem Markt in Jülich verhaften lassen und an das Gericht in Herzogenrath überstellt. Das führte zum endgültigen Ende dieser Bande. Am 10.1.1771 hat Keyser nach peinlichen Verhören alle Namen der Führer der Bockreiter gestanden. Hart und gnadenlos setzte darauf die Arbeit der Gerichte ein, so wurden damals im benachbarten ehemaligen “oberen Maasgau” ( Overmaas ) insgesamt 328 Männer und Frauen, alles vermeintliche Bockreiter, gehängt, gerädert oder verbrannt.

Die Herzogenrather Bevölkerung wird seit dieser Zeit mit dem Namen der damaligen Gesellen identifiziert. Heute noch kann man weit und breit die Bezeichnung "Bockreiter" für die hiesigen Bewohner hören. Manchmal wird die Stadt auch mit dem Begriff "Bockreiterstadt" umschrieben.

Bei allem Verständnis dafür, dass das damals herumvagabundierende und stehlende Gesindel der gerechten Strafe zugeführt werden mußte, kann man heute doch zu dem Schluß kommen, dass seinerzeit viele Menschen infolge von Justizirrtümern und aufgrund falscher Anschuldigungen, unberechtigt gefoltert und getötet wurden. Viele schwarze Gesellen waren von edler Gesinnung, so dass man die Bockreiter heute unter besseren Vorzeichen würdigen muß.

Radtour

Die Grünmetropole hat eine Radtour auf outdooractive zusammengestellt, die einige "geheimnisvolle Plätze" miteinander verbindet.

Link zur Tour

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