Facettenreiche Landschaft zwischen Herzogenrath und Würselen
Das Wurmtal gilt als eines der landschaftlich reizvollsten und gleichzeitig geschichtlich interessantesten Erholungsgebiete der Region. Der Fluß fließt hier naturnah wie nur wenige in Deutschland.
Das auf dem Gebiet der Städte Würselen und Herzogenrath zu beiden Seiten des Flusses Wurm gelegene Naturschutzgebiet ermöglicht intensive Wanderungen durch eine von zahlreichen Flussschlingen, den sogenannten Flussmäandern, geprägte Landschaft. Durch die Kraft des fließenden Wassers ändert sich der Gewässerverlauf ständig, immer wieder entstehen neue Rinnen, Kiesbänke, abbröckelnde Steilufer, verlassene Flussbetten und neue Auenwälder. Die überaus nährstoffhaltigen Kies- und Sandanlandungen ziehen besonders seltene Vogelarten, wie z.B. Flussuferläufer, Bekassine, Waldwasserläufer, Eisvogel und Wasserpieper an.
Wurmtal
Foto: Stadt Herzogenrath
Eisvogel
Foto: Stadt Herzogenrath
Hinweis auf die Grube Furth
Foto: N. Dreßen
Über das Radknotenpunktsystem lässt sich das Wurmtal auch hervorragend mit dem Fahrrad entdecken.
Bergbauliche Aktivitäten gibt es hier seit dem 12. Jahrhundert, als zunächst über offene, in den Talhang gegrabene Stollen die Kohle abgebaut wurde. Doch Reste von Bauwerken sind nur in geringem Umfang sichtbar vorhanden.
Zwei Grenzanlagen sind dagegen deutlich in der Landschaft zu erkennen:
Der Aachener Landgraben, errichtet in den Jahren 1419 bis 1453, quert das Wurmtal von Berensberg nach Bardenberg. Seine besondere Ausprägung sieht man von Berensberg zum Wurmtal als Hohlweg mit zwei Baumreihen.
Der Westwall ist als Höckerlinie hinter der Kläranlage Steinbusch sichtbar.
Am alten Bahndamm vor Herzogenrath liegt das Feuchtgebiet “Kälberbend”. Es beherbergt das einzig nennenswerte Vorkommen von Orchideen, dem Gefleckten Knabenkraut (Dactylorhiza maculata). Ornithologisch zeichnet sich dieser Bereich unter anderem durch den Brutnachweis des Baumfalken, der Wasserralle, der Hohltaube, der Krickente und des Eisvogels aus.
Mit Burg Wilhelmstein besitzt das Wurmtal ein eindrucksvolles Zeugnis seiner politisch bewegten Vergangenheit als Grenze zwischen dem Jülichgau und dem Maasgau, zwischen dem Erzbistum Köln und dem Erzbistum Lüttich. Die Burg wurde 1328-1344 durch Wilhelm V. von Jülich errichtet und 1691 von französischen Truppen zerstört.
Von der langgestreckten Höhenburg mit kleiner, zweiflügeliger Vorburg blieben nur das Eingangstor, Reste des Bergfrieds und der Mauer erhalten. Heute präsentiert sich Wilhelmstein als Freilichtbühne mit überörtlich bedeutenden Veranstaltungen.